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„Irgendwas mit Medien…“

Warum sogar die Simpsons den Studiengang der Kommunikation zu Unrecht verhöhnen

Teil 1 der Praktikumsserie: Das Footballstadion ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Menge jubelt und die Wellen der Begeisterung spornen die Spieler an. Vor allem der aufgehende Stern am Footballhimmel, ein junger Sportstudent, gibt sein Bestes. Doch plötzlich verändert sich die Stimmung im Stadion: Der Student stolpert unglücklich über den Fuß eines Getränkewagens und sein Schmerzensschrei lässt keinen Zweifel an einer Verletzung. Unter den schockierten Blicken der Zuschauer wird er abtransportiert. Die Karriere als Footballprofi ist vorbei. Sein behandelnder Arzt, Dr. Hibbert, versucht zu trösten: „Sie können sich ja immer noch berufen auf ihre Noten in …“ – ein Blick in die Unterlagen, ein zögernder Moment und dann der entsetzte Ausruf – „Kommunikationswissenschaft. Oh großer Gott!“

Wieder einmal haben die Simpsons auf humorvolle Weise genau ins Schwarze getroffen. Zumindest ich als Studentin der Medien- und Kommunikationswissenschaft erkenne mich in dem Sportstudenten bestens wieder. Der Ratschlag „Mach doch lieber was Richtiges“ ist seit dem Beginn meines Studiums zum ständigen Begleiter geworden, mein Berufswunsch wird als brotlos und zukunftsarm gesehen. Eigentlich paradox, schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der globale Vernetzung, permanente Erreichbarkeit und mediale Interaktion zur Tagesordnung gehören. Dass die Medien boomen, steht also außer Frage. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr junge Menschen ‚irgendwas mit Medien‘ machen wollen. Doch was genau bedeutet dieses ‚Irgendwas‘?

Die Talente und Interessen, die ein solches Studium fördern kann, sind vielfältig. Wer sich für kreative Gestaltung interessiert, kann sich der Mediengestaltung oder den audiovisuellen Medien widmen. IT-ler werden sich eher der Medientechnik zuwenden, während betriebswirtschaftliche Talente den Weg im Medienmanagement, Mediapublishing oder der Mediaplanung suchen. Wer gerne schreibt, ein Teamplayer ist und Wert auf einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag legt, wird sich dagegen in einer PR-Agentur sicher wohlfühlen.

Auch ich stand vor der Frage, was das ‚Irgendwas‘ für meinen Weg heißen soll. Da ich mich in meinen jungen Jahren noch nicht zu sehr einschränken wollte, stand für mich – trotz aller Einwände und Ratschläge – relativ schnell fest, mich an das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft zu wagen. Die Option auf verschiedenste Arbeitsbereiche gaben mir das Gefühl, ein theoretisches Studium zu beginnen, das mir den Raum lässt, praktische Bereiche kennen zu lernen und meinen beruflichen Horizont zu erweitern.

Und so finde ich mich nun im fünften Semester meines Bachelor-Studiums der Medien- und Kommunikationswissenschaft wieder und habe nie an meiner Entscheidung gezweifelt oder einen Studienwechsel in Erwägung gezogen. Den doch etwas praxisleeren Raum der Theorien fülle ich jetzt mit meinem Praktikum bei Communication Harmonists. Darüber, wie es mich aus dem Hörsaal hier in die Heidelberger Poststraße verschlagen hat, werde ich übrigens in meinem nächsten Blogpost berichten.

In jedem Fall kann ich schon jetzt, nachdem ich erste Agenturluft schnuppern durfte, eines mit Sicherheit sagen: Wäre ich die Autorin besagter Simpsons-Folge gewesen (übrigens eine weitere Berufsmöglichkeit für Kommunikationswissenschaftler), dann hätte ich Dr. Hibbert statt einem verächtlichen „Oh großer Gott“ eher diesen Satz in den Mund gelegt: „Toll, da stehen dir ja mehrere Türen offen, da wirst du deinen Weg sicher finden!“