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Mehr Mut zu ungewöhnlichen Formaten

„Mut“ lautete das Thema auf dem Kommunikationskongress 2018 (#kk18) in Berlin – mit 1.500 Teilnehmern die führende Fachtagung für Kommunikationsverantwortliche im deutschsprachigen Raum. Wir stellten ein Fallbeispiel unseres Kunden RKW zur Change-Kommunikation vor: die Strategy Rally zur Business Mission. Bei dieser Maßnahme ging es im Rahmen des Strategie-Rollouts darum, allen Mitarbeitern das „Why“ des Unternehmens nahezubringen.

Warum dies mutig ist? Weil nicht alle Manager davon überzeugt waren und sind, dass jeder Mitarbeiter wissen muss, wozu sein Unternehmen überhaupt existiert. Weil es sich bei der Strategy Rally um einen Gamification-Ansatz handelt, der langen Atem braucht (drei Etappen über ein Jahr), und deren unmittelbarer Nutzen nur teilweise in harten Zahlen messbar ist. Weil er Wahrheiten ans Licht bringt, die man vielleicht lieber nicht hören wollte: die Haltung unterschiedlicher Führungskräfte und Mitarbeiter zum Strategie-Roll-Out beispielsweise.

Aber genau das macht Maßnahmen wie die vorgestellte Strategy-Rally wertvoll: sie ist Seismograph für Stimmungen, die oft verdeckt bleiben, mit denen man sich aber auseinandersetzen muss, um die Unternehmensstrategie erfolgreich umzusetzen. Gleichzeitig erzeugt der spielerische Ansatz an vielen Standorten genau das Zusammengehörigkeitsgefühl und Verständnis einer gemeinsamen Aufgabe, die die Basis für eine neue Unternehmenskultur bilden.

Die Reaktionen auf unseren Vortrag zeigen: der Launch einer neuen Strategie gelingt meist gut – Veranstaltungen, partizipative Formate und Informationsmaterialien sorgen für Aufmerksamkeit. Schwierig wird es ein bis zwei Jahre später, wenn alle von „dem Thema“ genug haben, ohne dass die meisten so genau wissen, worum es bei „dem Thema“ eigentlich geht.

Dann muss man vielleicht einen ungewöhnlichen Ansatz wagen, um die Mitarbeiter erneut zu aktivieren – und dazu braucht es Mut. RKW hat es auf diese Weise geschafft, dass sich knapp 40 Prozent ihrer Mitarbeiter mit Nachhaltigkeit im Unternehmen befassten und zusätzlich über 200 eigene Ideen zu ökologischerem Verhalten am eigenen Arbeitsplatz beisteuerten.